Die (englische) Times hat vor einiger Zeit in einem hochinteressanten Artikel eine durchaus berechtigte Frage gestellt:
Geht es Musikern in einer Welt mit illegalem Filesharing finanziell besser?
Die Antwort liefern sie gleich in Form von 2 Statistiken mit (die ich aus Copyright-Gründen nicht direkt hier abbilden möchte, der Link oben sollte reichen)
Deutlich zu erkennen ist darin auf Anhieb, daß die Einnahmen der Labels durch Tonträger stark zurückgegangen sind.
Und man sieht, daß die Einnahmen der Künstler durch Live-Auftritte stark gestiegen sind, aber auch die Einnahmen durch Lizenzgebühren ( z.B. GEMA-Ausschüttungen) sind leicht angewachsen.
Noch eindeutiger sieht man den Anstieg in der 2. Statistik
Es reicht ein kurzer Blick darauf um das stärkste Argument der Musikindustrie “Künstlern wird durch Filesharing die Existenzgrundlage genommen” zumindest soweit zu entkräften, als dass Künstler tatsächlich nicht weniger verdienen, im Gegenteil. Der für Musiker schon immer vergleichsweise geringe Anteil an Einnahmen durch Plattenverkäufe wird noch unwichtiger. Und das schmerzt in erster Linie nur die Industrie.
Aber es kommt natürlich nicht wirklich gut an wenn die nun sagen würden:
“Wir, die Konzerne und Plattenbosse verdienen immer weniger, ihr schadet uns!”
Da hielte sich das Mitleid wohl in Grenzen.
Es gilt zu beachten daß diese Zahlen nur für den englischen Markt gelten; aber sehr viel anders sieht es bei uns wohl auch nicht aus.
Und es fehlt leider eine Aufschlüsselung der Live-Einnahmen, man kann nicht sehen ob es hier hauptsächlich um die großen Acts geht, oder ob auch kleinere davon profitieren.
Außerdem lässt sich meiner Meinung nach kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen diesen Statistiken und Filesharing ableiten.
Grundsätzlich sind diese 2 Statistiken aber gerade für Musiker doch eine erfreuliche Nachricht, es geht nicht abwärts sondern aufwärts! Nur die Mittelsmänner verdienen weniger.
Und es erinnert daran, daß man immer 2* hinhören sollte wenn die Plattenindustrie mal wieder jammert, daß das Internetz doch die armen Künstler in den Ruin treibt.