Wie der “Toronto Star” berichtet werden die 4 übrig gebliebenen Major Labels in Kanada auf die unglaubliche Summe von 6.000.000.000 Dollar verklagt.
Es entbehrt nicht einer gewisse Ironie, daß diese extrem hohe Summe dadurch zustande kommt, daß die zur Berechnung genutzt Zahl von 20.000$ pro Rechtsverletzung von der Musikindustrie selbst aufgestellt wurde. Und zwar in Zusammenhang mit ihren Klagen gegen Filesharer in den USA.
Und dies ist keine dieser absurden Spinner-Klagen. Die Kläger sind namhafte Musiker:
Auf der, mit ca 300.000 Fällen von Rechteverletzungen, sehr langen Liste, stehen Größen wie Beyonce, Bruce Springsteen, Sarah McLachlan und Chet Baker.
Die Chancen auf Erfolg sind erstaunlich groß, die Beweislage spricht für die Kläger. Und so haben die Angeklagten bereits eingeräumt der Gegenseite noch 50 Millionen Dollar zu schulden.
Hintergrund der Klage
In Kanada müssen Künstler die Möglichkeit bekommen der Nutzung ihrer Songs durch Dritte ausdrücklich zuzustimmen. Dies wurde von den angeklagten Plattenfirmen nicht, oder nur teilweise beachtet. Die Praxis verlief über viele Jahre nach dem Motto “exploit now, pay later, if at all” – “verwerte jetzt, bezahle später, wenn überhaupt”. Es geht vor allem um Werke, die oft auf Compilation-CDs gepackt werden sowie um Live-Aufnahmen.
Die Labels produzierten, pressten und verkauften diese CDs, besaßen aber die dafür nötigen Copyright-Lizenzen nicht.
Stattdessen wurden die Namen dieser Songs auf eine “unerledigt”-Liste gesetzt, die andeuten soll, dass die Zustimmung noch nicht eingeholt und Bezahlung der Künstler noch nicht erledigt wurde.
Diese Liste geht bis ins Jahr 1980 zurück und könnte wohl auch als “Rechtsverletzungs-Beichtliste” gelten, da die Plattenfirmen in ihr öffentlich zugeben, dass sie weder die nötigen Rechte an den Songs hatten, noch die Künstler dafür entlohnt haben.
(edit: korrigiert, es waren nicht 60 milliarden sondern 6 milliarden.. bei den vielen nullen kann einem ja ganz schwindelig werden)