Sind Konsumenten bereit freiwillig für Musik zu bezahlen?

Jamendo geht es laut diesem Bericht ziemlich mies.
Das ist für sich schon schade und wird in dem Text genauer erklärt, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen möchte.

Was mich jedoch betroffen macht ist, daß seit dem Start des Portals 2005 von den inzwischen 690.000 Mitgliedern gerade mal 2.000 bereit waren den Künstlern eine Spende zukommen zu lassen.
Insgesamt wurden 40.000€ gespendet.  In 5 Jahren.

So gesehen stehe ich mit meinen 120€ Spenden in 5 Jahren richtig gut da. Bei 14.000 Musikern und 40.000€ macht das gerade mal 2,87€ Spenden pro Musiker.
Aber irgendwie gibt das schon ein wenig zu denken:
Wenn 14.000 Musiker 5 Jahre benötigen um genug Geld zu sammeln daß eine einzige Person 2 Jahre davon leben könnte…
Dann muss auch dem Letzten klar werden, daß das Konzept nichtmal ansatzweise aufgeht.

Wow. das tut schon etwas weh..
Bin ich womöglich doch komplett auf dem Holzweg? Ist der Gedanke von seiner Musik leben zu wollen, ohne Teil der Industrie zu sein tatsächlich soo unrealistisch?

Man fragt sich schon, ob man sein Material, in dem eine Menge Arbeit und Zeit steckt, weiterhin frei rausgibt, wenn es doch anscheinend so wenig wert geschätzt wird. Natürlich kann und sollte man Wertschätzung nicht nur in Geld messen.. aber man will wohnen und essen. Und das lässt sich leider nicht mit einem gestreichelten Ego und Dankesreden bezahlen.
Ja, Angebote von Labels gab es.. aber hätte ich die angenommen wäre ich Teil dessen was ich schon immer aus Überzeugung bekämpfen wollte: Musik als Industrie, Zwischenhändler die mehr verdienen als die Musiker, Musik für den kleinsten gemeinsamen Nenner, Verlust der Freiheit über seine eigenen Werke selbst zu entscheiden..

Die Jamendo-Geschichte sowie meine eigene Erfahrung sind nun auch der Hauptgrund weshalb ich meine Musik seit dem großen Update auch zusätzlich zum Verkauf in HQ anbiete.

Nun, ich warte erstmal gespannt auf die erste Abrechnung von “Sonnentanz” durch iMusician. Ich werde hier berichten und wohl auch die genauen Zahlen veröffentlichen.
Und ich setze in den nächsten Tagen meinen neu gekauften Homeserver auf, um auch direkt verkaufen zu können, ohne Mittelsmänner und Abgaben an 3.

So nachdenklich mich diese Geschichte auch stimmt, egal was kommt, ich werde weitermachen.
Ich bin viel zu sehr Idealist um die Hoffnung und überhaupt das Projekt Chillheimer aufzugeben.

In diesem Sinne, auf ein fruchtbares Jahr 2010!

1 Comment

  1. hjfischer says:

    Mal als Hinweis, wenn man an einen Musiker spenden möchte, muß man das nicht über Jamendos Webseite machen. Insofern ist das irgendwie ahnungslos, was Kollege Musikpirat macht, wenn er auf Jamendos Spendenseite zusammenrechnet um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Wieder nichts verstanden, denn Jamendos Funktion ist es nicht, Spenden zu beschaffen. (Das hat auch nichts mit Jamendos Problemen zu tun.)

    Letztlich hängt alles davon ab, wieviele richtige Fans man gewinnt, und die kann man nur gewinnen, wenn man überhaupt gehört wird (wobei gute Songs dabei sicher auch helfen).

    Es gibt auch keinerlei Widerspruch, wenn man seine Musik unter CC veröffentlicht und gleichzeitig Geld für Downloads möchte. Frei ist eben nicht dasselbe wie kostenlos. Das bis auf Rob Costlow alle Downloads bei Jamendo kostenlos sind, hängt da nur mit dem Versuch zusammen, eine möglichst große Verbreitung zu erreichen . Nur hängt es letztlich an der Art der Musik, daß dies bisher nicht so recht gelingen will. Wenn man irgendwelche Charthits umsonst zum Download anbietet kriegt man aus dem Stand eine wesentlich größerer Aufmerksamkeit. Die Leute kennen halt nichts anderes als das, was aus Radio und MTV kommt, und das ist fest in der Hand der Musikindustrie…

Leave a Reply