Archive for March, 2010

Bundesverband Musikindustrie veröffentlich Jahreswirtschaftsbericht 2009

Thursday, March 25th, 2010

Mit vielen sehr interessanten Statistiken und Zahlen.

Zu finden hier:

http://www.musikindustrie.de/jahreswirtschaftsbericht2009/

Bushido müsste eigentlich 150+ Millionen € Strafe zahlen

Thursday, March 25th, 2010

Ich will nicht viel zum Bushido-Urteil erzählen, in dem er dazu verdonnert wird seine Erfoglsplatte zu schreddern weil Stellen aus 8 Songs der Gothic Band Dark Sanctuary unerlaubt gesampelt hat. Das haben andere schon zur genüge getan.

Worauf ich aber doch nochmal kurz rumreiten möchte ist der fällige aber noch nicht festgelegte Betrag des materiellen Schadensersatz. Bushido muß zunächst seine Einkünfte offenlegen. Das wird spannend, insbesondere im Zusammenhang mit seinen Einkünften aus Abmahnungen. Nimmt man seine Berechnung von 200€ pro Fall, so kämen wir auf äußerst interessante Summen.

(more…)

Wer bekommt wieviel beim Verkauf einer CD

Wednesday, March 24th, 2010

Eine genaue Aufschlüsselung wer beim Kauf einer CD welchen Anteil bekommt.

Umsatzanteile bei einer CD am Beispiel Bandübernahmevertrag

Die Quelle der aktuellen Grafik ist der Jahresbericht 2009 des  Bundesverbands der Musikindustrie BVMI sowie der Verband unabhängiger Musikunternehmer (VUT)

Die meiner Meinung nach wichtigsten Fakten:
Der Künstler erhält im besten Fall 13,6% des Verkaufspreises. Macht 2,18€ pro verkaufter CD. 4 Parteien verdienen mehr als der eigentliche Urheber und Musiker.

Hier mal in korrekter Reihenfolge, wer wieviel verdient, ausgehend von einem CD-Preis von 15,90€:

3,51€ Handel
3,19€ Label
2,96€ Vertrieb
2,54€ Staat (Mehrwertsteuer)
2,18€ Künstler
0,82€ Preis der CD in der Herstellung.

Ein Drittel der Umsätze wird Online gemacht

Tuesday, March 23rd, 2010

Wie der Bundesverband der Musikindustrie berichtet wird inzwischen jeder 3. Euro im Internet verdient.

Der Anteil des Online-Umsatzes steigt gegenüber 2007 (27%) auf 31% in 2009.
Dabei sticht der Internetversandhandel mit 21% (gegenüber 19% im Vorjahr) stark hervor, derAnteil der Downloadhändler steigt von 6 auf 8%.

2 interessante Interviews

Wednesday, March 10th, 2010

Zum einen stellt sich Stefan Michalk, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Musikindustrie(BMI) einem ausführlichen Gespräch, was ich ihm ehrlich gesagt hoch anrechne. Ich hätte nicht gedacht, daß er sich soweit ins “Feindesland” hineinwagen würde.
Zu einigen seiner Antworten werde ich beizeiten noch Stellung nehmen.

Und zum anderen gibts ein Interview mit Eva Kiltz, der Geschäftsführerin des Verbandes unabhängiger Tontrager(VUT).
Der VUT ist das gefühlte Gegenstück zur großen Industrie. Beteiligt sind viele Independent Labels, kleine Musikvertriebe, Musikstudios und viele selbstvermarktende Musiker.
Ein sehr sympatischer Verein, der sich im Gegensatz zu so manch anderem ernsthaft Gedanken zur Lösung des Musik-Dilemmas unserer Zeit macht.

Die beiden Interviews sind sehr interessant und lesenswert!
Ein Lob an die Gulli-Redaktion!

Tim Renner fordert Kulturflatrate für 12,90

Thursday, March 4th, 2010

Und zwar soll der Bundesverband Musikindustrie(BVMI) diese Flatrate selbst einführen anstatt auf den Staat zu hoffen.
Er empfiehlt für 12,90€ monatlich den gesamten Katalog der Plattenfirmen zur Verfügung zu stellen.

“Der beste Weg, die Schwächen einer staatlichen Kulturflatrate zu vermeiden wäre, selbst eine anzubieten. Statt ein Gespenst zu bekämpfen, geht es also eigentlich darum, ein Geschäft zu beginnen.”

Ach, ich mag diesen Kerl!

(more…)

Beim Richtervorbehalt, keine Zeit für Überprüfung – ganz anders auf der CeBIT

Wednesday, March 3rd, 2010

Doppelmoral ick hör dir trappsen.

Auf der CeBit sind gleich 2 Ermittlungsrichter vor Ort um gegen Verletzer von Patent-, Urheber- und Markenrechten vorzugehen. Die wurden da anscheinend direkt bei der Polizei auf dem Messegelände einquartiert.

Seltsam, dass gleich 2 Richter für die Unterstützung von Firmen Zeit finden um (in meinen Augen völlig unsinnige Lizenzgebühren) einzutreiben.

Seltsam das aber beim Richtervorbehalt bezüglich Hausdurchsuchungen (z.b. aufgrund des Filesharings von 2 MP3s) Richter nicht einmal genügend Zeit finden sich überhaupt durchzulesen worum es geht und aus “Zeitmangel” quasi blanko zustimmen.

Aber ist schon klar, Patentrechte und Urheberschutz sind vieeel wichtiger als Artikel 13 unseres Grundgesetzes (!), die Unverletzlichkeit der Wohnung..
Ein – pardon,  zwei – Richter können schließlich nicht überall zur gleichen Zeit sein.

Justizministerin: Netzsperren wird es in Deutschland nicht geben

Wednesday, March 3rd, 2010

“Internetsperren halte ich grundsätzlich für einen falschen Weg, auch zur Bekämpfung von Urheberrechtsverstößen.”

Ein Gutes hat es wohl doch, dass die FDP an der Regierung beteiligt ist.
Unsere Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger hat sich erstmals offiziell zu den ACTA-Verhandlungen geäußert:

“Die Bundesregierung wird kein völkerrechtliches Abkommen akzeptieren, das Netzsperren enthält. Die Absage an Netzsperren ist die gemeinsame Überzeugung der gesamten Bundesregierung. Im Koalitionsvertrag haben wir festgelegt, dass keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren ergriffen werden.”

Desweiteren plädiert die Justizministerium für mehr Tranzparenz und Offenheit bei den ACTA-Vertragsverhandlungen um unbegründeten Befürchtungen und Fehlinformationen vorzubeugen. Man habe das im Rahmen der EU-internen Beratungen mit einer Reihe weiterer Staaten auch sehr deutlich gemacht.

“Die vorläufigen Verhandlungstexte sollten so bald wie möglich veröffentlicht werden.”

Update: Inzwischen hat sich Deutschland den “Friends of Transparency” angeschlossen, einer Gruppe von nun 14 Mitgliedsstaaten die sich für eine Veröffentlichung der Verhandlungstexte einsetzen.

Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig. (kein) Dämpfer für Musikindustrie.

Tuesday, March 2nd, 2010

Ein schöner halbwegs schöner Tag! :)
Die letzte Bastion die uns noch vor völliger Politwillkür schützt hat wieder zugeschlagen!
Das Bundesverfassungsgericht hat die Vorratsdatenspeicherung gekippt, die Provider müssen sämtliche erfassten Daten unverzüglich löschen.
Da kehrt doch fast der Glaube an unsereren Rechtstaat wieder zurück. Man kann also doch etwas bewegen.

Das Urteil hat auch für die Musikbranche gravierende Folgen!
Nachtrag: leider scheinen diese Folgen eher positiver Natur zu sein, siehe EDIT unten
So läuft der zivilrechtliche Auskunftsanspruch nun ins Leere, der bisher in erster Linie dazu genutzt wurde Filesharer ausfindig zu machen und ihnen dann Abmahnungen zu schicken.
Das sollte es damit fürs erste gewesen sein. (hoffenlich..)
Das wird Moses P. und seine netten Kollegen von Digiprotect aber garnicht freuen.. :D

(more…)

Film über aktuelle Entwicklungen in der MI “Rock the Biz”

Monday, March 1st, 2010

Ich hab ihn noch nicht gesehen, aber klingt hoch interessant.

“Das Musikbusiness befindet sich zur Zeit in einer enormen Umbruchsphase.

Alte Marketing- und Vertriebswege werden aufgebrochen, das Internet bietet den Künstlern den direkten Zugang zur Selbstvermarktung, Major-Labels können sich nur noch schwer für ihren hohen Beteiligungsanteil rechtfertigen, die CD als einziger zu vermarktender Tonträger tritt immer mehr in den Hintergrund.

Auf der anderen Seite wird das Gejammer über Klingelton-verseuchte Musiksender, fast identische Rotationen sämtlicher privaten und öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten und permanentes Aufspringen auf vermeintliche „Trends“ immer größer.

Die Idee zur Dokumentation „rockthe.biz“ entstand aus der jahrelangen Arbeit des Initiators Marc Weissenberger, der seit acht Jahren die erfolgreiche, unabhängige Newcomer Sendung „Local Heroes Radio“ auf Radio Darmstadt betreibt. Im Zuge dieser kontinuierlichen Arbeit stellte sich heraus, dass sich neben dem Mainstream-Musikgeschäft eine innovative, erfolgreiche, kreative, starke und individuelle Alternative in ganz Europa entwickelt hat.

Man kann den Film (legal!) online ansehen: Rok the Biz

Ich schreibe etwas dazu, sobald ich ihn gesehn habe.
EDIT: Das ist nun zum Teil geschehen und ich kann den Film wärmstens empfehlen. Auch wenn ich es eher als Dokumentation oder Aneinanderreihung von vielen hochinteressanten Interviews bezeichnen würde.