Ich wage heute mal ein kleines Gedankenexperiment.
Was wäre wenn man einen Teil der Rundfunkgebühren dafür verwenden würde allen GEZ-”Kunden” den uneingeschränkten Zugang zu Musik zu gewähren
Dazu die wichtigsten Zahlen:
Tonträgerumsatz 2008 = 1,5 Milliarden
gezahlte Rundfunkgebühren 2008: 7.26Milliarden EUR aufgeteilt auf:
- ARD (insgesamt) 5.348.393.127,07
- Zweites Deutsches Fernsehen 1.728.977.209,42
- Westdeutscher Rundfunk 1.121.533.141,29
- Südwestrundfunk 979.930.565,53
- Norddeutscher Rundfunk 940.225.715,82
- Bayerischer Rundfunk 870.783.117,23
- Mitteldeutscher Rundfunk 574.683.738,81
- Hessischer Rundfunk 400.546.866,17
- Rundfunk Berlin-Brandenburg 351.997.342,59
- Deutschlandradio 183.112.763,51
- Saarländischer Rundfunk 66.565.858,22
- Radio Bremen 42.126.781,41
Wenn ich mir diese Liste so ansehe stellt sich mir die Frage ob das nicht gewaltig überdimensioniert ist für eine “Grundversorgung”. Da gibt es ja bereits genügend Diskussionen.
Ich gehe jetzt einfach mal einen Schritt weiter, lege Südwestrundfunk und Bayrischen Rundfunk zusammen und gebe dem neuen süddeutschen Rundfunk ein Budget von 1 Milliarde Euro. Spart 850 Millionen.
Und dann fassen wir noch Mitteldeutschen und Hessischen Rundfunk zusammen und machen daraus einen “echten” Mitteldeutschen Rundfunk mit einem Budget von 500 Millionen. Spart 470 Millionen. Und auf Radio Bremen verzichten wir einfach mal. Nun sind immernoch alle ausreichend regional versorgt.
Aber wir haben plötzlich 1,5Milliarden Euro pro Jahr zur freien Verfügung.
Genausoviel wie die Musikindustrie im Jahr 2008 mit Tonträgern an Umsatz generierte.
Damit könnte man jeden Bundesbürger dauerhaft mit Musik grundversorgen. Freien Zugang zum gesamten musikalischen Katalog der Menschheit.
Nur so ein Gedanke.
Natürlich sind mir auch die Problemzonen dieses Gedanken bewusst:
-Arbeitsplätze in den zu schließenden Rundfunkanstalten gehen verloren
-Weniger Vielfalt. (man darf aber eben nicht vergessen daß es um Grundversorgung geht)
-eine regionale Grundversorgung muss gewährleistet bleiben.
-Warum soll nur die Musikbranche davon profitieren?
-Warum soll überhaupt Privatwirtschaft durch eine Zwangsabgabe unterstützt werden?
Ich plädiere hier nicht lautstark dafür das jetzt sofort so zu machen, deshalb hab ich ja auch schon die Gegenargumente mit aufgeführt.
Es geht eher darum mehr Bewußtsein zu schaffen wofür unser Geld ausgegeben wird und was man damit noch so alles anstellen könnte. Die Frage ist nur was wollen wir (und wen interessiert das was wir wollen?)
Tags: GEZ, Kulturflatrate